Nach Afrika und zurück in ca. 11500 km!

Nachdem ich alle notwendigen Sachen in die Koffern und Packtaschen verstaut hatte und ich meine Angehörigen benachrichtigte hatte, dass  ich für 4 Woche weg bin, war meine Vorbereitung abgeschlossen Die ungefähre Route stand fest und so konnte es am nächsten Tag losgehen. Es regnete am nächsten Tag in Hamburg und ich beeilte mich die Koffer und die Packtaschen am Motorrad  zu befestigen, um schnell wegzukommen. Los ging es in Richtung Westen, durch die Niederlande, Belgien nach Frankreich.

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Frankreich

Mein erstes Ziel in  Frankreich war der Ort Etretat, weil man dort die schöne Steilküste, die vom Meer ausgespült wird, anschauen kann. Links und Rechts des Orts erhob sich die Seilküste wie Wachtürme. Nach ein  15 Minuten Fußmarsch war ich oben an der Seilküstenkante angekommen. Von dort hatte man einen schönen Blick auf den Ort und die Umgebung.

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Ich fuhr weiter, über die Brücke der Normandie, zu den geschichtsträchtigen Strände der Normandie. Am Gold Beach,  bei  dem Ort Arromanches, wo auch die Landung der Alliierten stattfand, befinden sich noch heute die Überreste des künstlichen Hafens Mulberry B.

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Entlang der Küste kam ich dann zum Abschnitt Omaha Beach und dem D-Day Monument.

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Bei manchen Straßen in der Normandie hatte man das Gefühl durch ein Tunnel zu fahren.  Ich sah auch wieder Mont Saint Michel. Aber da ich schon 2010 mit dem Motorrad dort war, hielt ich nur kurz für ein Foto. An einer Raststätte wurde ich angesprochen von einem Australier. Er war das erste Mal in Europa und war völlig begeistert von mein Motorrad. Wir unterhielten uns und dabei vergaß er  dann fast seine Bus mit seiner Reisegruppe, die schon ohne hin weiter fahren wollte.

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Über eine lange Brücke bei La Rochelle bin ich auf die Île de Ré gefahren. Das ist eine Insel vor der französischen Westeküste.  Auf der Insel bin ich bis zum Phare des Baleines( Leuchtturm der Wale) gefahren. Des weiten habe ich dort die Festungsanlagen in Saint-Martin-de-Ré besichtigt. Neben der Straße erstreckten sich  viele Anbaugebiete von Wein.

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Ein großer Vorteil ist, wenn man an den Küsten entlang fährt, man findet dort immer ein schöne Strand. Da die Temperaturen um die 25°C lagen habe ich die Abkühlungen immer sehr genossen.

k-DSC_0085Vor mir lagen nun die Pyrenäen und die konnte ich natürlich nicht auslassen. Daher fuhr ich wieder etwas ins Innenland und bog dann wieder in Richtung Süden ab. Auf der Karte suchte ich mir eine schöne Route durch die Pyrenäen raus. Dabei schaute ich nur darauf, möglichst viele Serpentinen zu fahren. Dadurch fuhrt ich aus puren Zufall über dem Col du Tourmalet mit einer Passhöhe von 2115 Metern. Diese Passhöhe scheint ein muss für jeden Radsportler zu sein, einmal im Leben dort hoch zu fahren. Ich habe sehr großen Respekt vor dieser Leistung!

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Bei der Fahrt durch die dortigen Berge muss man mit lebendigen Verkehrshindernissen rechnen. So kann plötzlich hinter einer Kurve eine Kuhherde, Pferde oder wilde Esel stehen. Auf dem Col d’Aubisque mit einer Passhöhe von 1709m machte ich eine kleine Pause nehmen ein Pferd, dass dort seinen Mittagsschlaf hielt. Ich hätte mich am liebsten  dazu gelegt. 🙂

k-DSC_0145Auf der D934 fuhr ich in Richtung Saragossa, Spanien. Dabei kam ich an einigen schönen Stauseen vorbei.

Spanien

Es machte immer wieder eine Riesenspaß, in einer fremden Stadt ins Zentrum zu fahren. Besonders in den südlichen Städte, wo sehr viele Menschen mit Scooters/Mopeds unterwegs sind. Zu einen konzentriert man sich auf das Navi , aber gleichzeitig muss man aufpassen, dass man kein anderen Mopedfahrer über den Haufen fährt, weil sie nur so links und rechts an einem vorbeiziehen auf der Straße. Ich stellte mein Motorrad ab und machte  ein Rundgang durch das Zentrum von Madrid. Bei ein Informationsstand habe ich eine Karte bekommen auf der eingezeichnet war, was ich in Madrid sehen muss. Ich schaute mir  Palacio Real, Catedral de la Almudena, Viaducto, San Francisco el Grande, Plaza Mayor und  Puerta de Toledo an.

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Weiter ging es in den Süden  nach Tarifa. Ich fand ein netten Campingplatz direkt an der Meerenge. Doch leider war der Campingplatz sehr voll und so habe ich ein Platz genau neben einer  jugendliche Mädchengruppe bekommen. Ich dachte mir schon, dass wir eine lange Nacht. Im Internet schaute ich, wann am nächsten Tag die Schnellfähre von Tarifa nach Tanger/City fährt und checkte noch einmal die Einreisebedingungen für Marokko. Um mit ein Fahrzeug in Marokko fahren zu dürfen, braucht man eine Fahrzeugversicherung. Ich war mir sicher, dass auf meiner grüne Versicherungskarte Marokko nicht herausgestrichen war.  Aber ich kuckte vorsichtshalber noch einmal drauf und stellte fest, dass Marokko doch gestrichen war. Ich durchsuchte die Internetforen und fand ein Eintrag, dass wenn man über Tanger Med(neuer Containerhafen) einreist gleich hinter der Grenze eine Versicherung abschließen kann. Dazu musste ich aber die etwas langsamere Fähre von Algeciras nach Tanger Med nehmen. Nachdem ich die Information hatte konnte ich mich beruhigt hinlegen, um zu schlafen. Aber da war ja noch die Mädchengruppe. Sie hielten mich fast die ganze Nacht wach mit lauter Musik und lautem Reden. Zudem machte sie sich über mein Motorrad her. Sie glaubten wohl, ich bekomme das nicht mit wie sie sich auf das Motorrad setzen und Fotos von sich machten. Da ich darauf geachtet hatte, dass das Motorrad sicher stand machte ich mir keine weiteren Sorgen. Gegen 4 Uhr Morgens bin ich dann endlich eingeschlafen.

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Ich fuhr am nächsten Tag zurück nach Algeciras und kaufte mir ein Ticket für die Fähre, die aber erst in 3 Stunden fuhr. Somit hatte ich noch Zeit ein bisschen Schlaf nachzuholen. Die Fähre verließ den Hafen pünktlich und  fuhr an dem Felsen von Gibraltar vorbei. Nun war ich auf den Weg nach Afrika.

Afrika: Marokko

Die Einreise war einfacher als ich dachtet.  Auf der Fähre wurde schon mein Pass geprüft und ich bekam ein Stemple mit einer Nummer hinein. Nach 2 1/2 Stunden war die Überfahrt geschafft und es  ging wieder von der Fähre.  Ich fuhr zur Grenze und reite mich in eine Reihe ein, wo schon ein anderer Motorradfahrer mit britischen Kennzeichen wartete. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass es kein Brite war, sondern ein Deutscher. Kurzerhand haben wir uns zusammengetan und wollten die ersten 2 Tage zusammen durch den Norden von Marokko fahren. Ich musste nun noch mal ein Papier ausfüllen, wo dokumentiert wurde, das ich ein Fahrzeug einführte und es  mir gehörte. Nachdem der Zollbeamte alles überprüft hatte, durften wir beide an der wartende Autoschlage, die noch einmal kontrolliert wurden, vorbeifahren. Damit war die Einreise nach Marokko geschafft. Genau wie im Internetforum beschrieben gab es hinter der Grenze eine Möglichkeit eine Fahrzeugversicherung abzuschließen. Man konnte wählen zwischen 10 Tage oder 30 Tage. Da ich 14 Tage in Marokko bleiben wollte, nahm ich die 30 Tage und bezahlte dafür 91 Euro. Nachdem das auch geklärt war, zog ich mir noch Dirham  aus einem Geldautomaten.  Nun ging es los durch den Norden von Marokko.

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Marokko

Marokko begrüßte uns mit Regen und sehr bedecktem Himmel. Wir fuhr in Richtung Chefchaouen, und weiter zu  unserem Ziel die Stadt Ketama. Es war eine sehr kurvenreiche Strecke durch das Rif-Gebirge, und was will ein Motorradfahrer mehr. Ich fuhr vorneweg und navigiert uns durch die Straßen.  Ich erfuhr das Marokko der weltgrößte Exporteur von Haschisch ist und wir gerade durch das Hauptanbaugebiet fuhren. Das zeigte sich darin das Autos, die uns entgegenkamen, wendeten und uns Hinterfuhren, um uns Haschisch zu verkaufen. Mache waren sehr aufdringlich und  es begann so langsam zu nerven, weil man ständig darauf achten muss, dass man keinen in sein Auto fuhr. Sogar Kinder standen am Straßenrand und versuch das Haschisch zu verkaufen.

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Wir kamen in Ketama an und sobald man stand kamen Menschen an, um zu schauen. Das geschah  über die ganze Reise durch Marokko. Sie waren freundlich und wir plauderten mit Ihnen. Es wurde langsam dunkel und wir schauten uns nach einem sicheren Ort um , wo wir unsere Maschinen abstellen konnten. Wir nahmen uns ein Zimmer im besten Hotel der Stadt und die Motorräder konnten in einem abgeschiedenen Bereich des Hotels abgestellt werden. Nach dem Frühstücken  machen wir uns  auf dem weg in Richtung Fes. Auf dem Weg dorthin wurden wir immer wieder eingeladen zum Kaffe und Haschisch rauchen, aber wir lehnten immer wieder dankend ab. Bei Fes verabschiedeten wir uns von einander und trennten uns. Er fuhr weiter in Richtung Westen und ich weiter in den Süden.

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Bei Fes nahm ich nicht die Hauptstraße in den Süden, sondern fuhr über Sefrou nach Midelt.  Je weiter ich in den Süden kam, um so weniger Vegetation war vorhanden und immer wieder traf man auf wilde Esel.

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Na, an was erinnert euch das, genau Kalifornien. Endlos erscheinende Straße auf den man stundelang alleine fuhr.

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Von Midelt ging es weiter in Richtung Er- Rachidia und Erfoud. Hinter Erfoud fuhr ich auf eine Kurve zu und plötzliche hatte man eine wunderschönen und beeindruckenden Blick auf ein langgezogenen grünen Streifen in einem Tal. Zuvor ist man die ganze Zeit durch ein Steinwüste gefahren und sah nicht grünes.

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Links und rechts des grünen Streifens, der aus Palmen bestand, lebten die Menschen in Lehmhäusern.

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Von nun an führte die Straße entlang des Palmengürtels. Sie führte mich vorbei an den Artesischer Brunnen, wo Wasserfontänen gen Himmel stiegen. Es gab hier reichlich Wasser in der Region, aber  das Wasser ist sehr salzhaltig. Bei der Stadt Rissani wurde ich von einem großem  Stadttor begrüßt, das Hassan2 erbauen ließ. Dort bog ich ab in Richtung Merzouga.

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So langsam kam ich den Sanddünen immer näher.  Auf einmal tauchten auch Schilder auf, mit was für Tier hier man rechnen musste.

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Da die Temperatur bei  42 °C lag, wollte ich in ein Lehmhaus übernachten und nicht in mein Zelt. Es gab mehrere Hotels zu Auswahl, die im Stiel der Lehmhäuser gebaut waren. Ich suchte mir eins aus und buchte mir eine Suite (20 Euro). Danach ging es auch gleich in die Dünen, die direkt hinter dem Hotel lagen. Als ich losging wurde ich auch gleich von einem  Einheimischen angesprochen, ob ich genug Wasser dabei habe. Als ich ihm mein gefülltes Camelback zeigt, war er zu frieden und ich ging in die Wüste. Ich wollte auf eine  200m hohe Düne hoch. Dazu musste ich erst ungefähr 900 Meter durch die Wüste laufen, um zum Fuß der Düne zu gelangen.

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Als ich den Dünenfuß erreicht hatte, machte ich mich an die letzten 200 Höhenmeter. Bei dem Aufstieg ist man ständig eingesunken und die Hitze tat sein Rest, so das ich nur  3/4 der Stecke schaffte. Aber das reichte aus, um eine super  Aussicht auf das Dünenmeer zu haben. Es wurde langsam Dunkel und als die Nacht aufgezogen war, hatte ich eine fantastischen  Blick auf den Sternenhimmel.

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Mit dem Motorrad traute ich mich nicht in  die Dünen zu fahren, weil die Maschine einfach zu schwer ist. Wenn ich schon beim laufen eingesunken bin würde erst recht mit dem Bike versinken und auf das ausbuddeln hatte ich keine Lust.

Ich verbrachte eine schöne Zeit in Merzouga, aber es muss ja weiter gehen. So packte ich meine Sachen zusammen und fuhr in Richtung Tineghir, um von dort zur Todhra Schlucht zu gelangen.

Von der Todhra-  zur Dades – Schlucht  Offroad!!!

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Eine schöne asphaltierte Straße führt mich in die Todhra Schlucht. Ich fuhr durch eine gigantische Schlucht, die  links und rechts mit steil aufragende Felswände begrenzt war.  Im Reiseführer wurde nun ein Weg vorgeschlagen, um von der Todhra – zur Dades Schlucht   zu fahren. Auf diesem Weg würde man die phantastische Bergwelt des Hohen Atlas bestaunen könne.  Voraussetzung für die Durchquerung des Hohen Atlas war, ich zitiere: “Ein geländefähiges Fahrzeug und Fahrsicherheit”, das habe ich beides, also kein Grund nicht dort lang zu fahren. Somit machte ich mich auf den Weg zur Dades Schlucht. Da wusste ich noch nicht, wie hart diese Strecke wird. Am Anfang der Offroadstrecke gab es noch einen schönen Schotterweg, der gut zu befahren war.

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Die Straße wurde aber immer schlechter und war auf einmal nicht mehr da. Sie wurde  weggespült und man musste nun durch das Flussbett fahren. An dieser Stelle(Bild  unten) ist es dann passiert,  bei der Durchquerung des Flussbetts ist mir das  Motorrad mit ca. 250kg umgekippt. Nun lag das Motorrad auf der Seite und ich versuchte es wieder aufzurichten bei 30 °C. Nach dem 2 vergeblichen Versuch das Motorrad aufzustellen, baute ich die Koffer und Paktasche ab. Es ist erstaunlich wie schnell  der Körper bei dieser Temperatur an Kraft abbaut. So langsam kam auch die Überlegung, was machst du, wenn du die Maschine nicht mehr aufrichten kannst. Ich war genau auf der Hälfte der Streck liegen geblieben und es wären 30 km zum nächsten Dorf. Somit steckte ich alle Kraft in den dritten Versuch. Ich schaffte das Motorrad bis auf Hüfthöhe anzuheben, aber ich bekam es einfach nicht über den Schwerpunkt gehoben. Mit aller letzter  Kraft stemmte ich mich dagegen und geschafft es endlich die Maschine wieder aufzurichten. Das dumme war nur, dass sie quer zu Fahrtrichtung stand.

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Quer zur Fahrtrichtung weiter zu fahren war nicht möglich, weil das Gelände noch schwieriger wurde. Somit versuchte ich wieder in Fahrtrichtung zu kommen, aber dabei ist mir das Bike wieder umgekippt. Nun kam so langsam leichte Verzweifelung auf, aber dieses Mal war die Maschine in eine bessern Position, um sie wieder aufzustellen. Schon beim ersten Versuch schaffte ich es sie hinzustellen. Zudem stand sie nun auch in Fahrtrichtung und ich konnte  aus dem Flussbett fahren. Ich stellte das Bike ab und begutachtet die Blessuren. Es waren nur ein paar Kratzer und Beulen zu sehen. Das  meiste hat der Sturzbügel und die Koffer abbekommen. Aber das wichtigste war, das das  Motorrad fahrtüchtig war.  Nachdem ich dann wieder die Koffer und das Gepäck verstaut hatte ging es weiter im Gelände.

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Bei einer Kreuzung zeigte mir mein Navigationsgerät, das ich geradeaus fahren soll. Geradeaus hieß aber eine sehr große Steigung zu bewältigen. Da ich nicht wusste, wo der linke Weg hinführte, entschloss ich mich geradeaus weiter zu fahren. Also 1 Gang rein und Gas geben. Auf der Steigung ist mir dann paar Mal das Hinterrad weggerutscht und das ASC (Automatische Stabilitäts Control) war nur am blinken. Zudem schaffte ich es immer gerade so mit den Beinen die Maschine abzufangen, ansonsten wäre ich den Berg wieder runtergekullert. Bei dieser Aktion habe ich mir  leicht das Kien verdreht. Oben angekommen musste ich erstmal durchatmen und eine Pause machen.

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So langsam hatte ich es raus, wie ich am besten auf der Offroadstraße fahren musste. Man durfte nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell fahren, um nicht große Steine und Gräben zu übersehen. Paar Mal konnte ich mich immer noch geradeso mit den Beinen abstützen und ein Sturz verhindern.  Mitten im nirgendwo kam mir dann auch noch eine große Ziegenherde entgegen. Ich hielt an und wartet bis sie vorbeigezogen war. Der Ziegenhirte wollte von mir gerne Zigaretten, aber damit konnte ich nicht dienen. Seinen Sohn gab ich ein paar Süßigkeiten und er strahlte dann über sein ganzes Gesicht.  Kurz vor dem Ende der Strecke musste ich noch eine Eselkarawane überholen. Ich hielt an, um mir einen Überblick zu verschaffen und schon kamen fünf Frauen auf mich zu. Sie wollte auch etwas haben, erst Zigaretten, als ich zeigte das ich keine habe, ging es weiter mit Geld, meine Packtaschen, und zum Schluss meine Kleidung. Als  sie merkten das bei nichts zu holen war, wendeten sie sich ab von mir. Aber eine junge Frau wollte unbedingt bei mir mitfahren, aber ich versuchte ihr mit Händen zu erklären, das dies zu gefährlich ist in diesem Gelände. Mit etwas Schwierigkeit bin ich an der Eselkarawane vorbei gekommen und nach 7 km hatte ich es endlich wieder auf eine asphaltierte Straße geschafft. Was für ein Trip!!! 🙂

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Nach mehreren Kilometern auf der Straße kam ich in der Dades Schlucht an. Wie eine Schlange schmiegte sich die kleine Straße in die Schlucht hinein. Dort traf ich auf ein deutsches Pärchen, die mit einem normalen Mietwaagen unterwegs waren. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählten mir, das sie auch die Offroadstecke zur Todhra Schlucht fahren wollen. Ihnen wurde gesagt, das es kein Problem ist die Strecke mit einen normalen PKW zu fahren. Ich konnte nur davor warnen, mit dem Auto dort lang zu fahren. Sie waren froh, zu diesen Thema, Information aus erste Hand zu bekommen. So entschlossen sie sich nicht über die Offroadstrecke zu fahren, sondern nahmen die Asphaltiertestraße. Die gab es natürlich auch!

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Ich fuhrt weiter nach Ouarzazate, um dort zu übernachten. Als ich abends im Zelt lag konnte ich nicht einschlafen , weil ich immer noch voll unter Adrenalin stand. Zudem gingen mir Gedanken durch den Kopf, wie blöd ich eigentlich bin, alleine durch so ein schweres Gelände zu fahren. Was hätte alles passieren können auf dieser Strecke, alleine im nirgendwo.

Am nächsten Tag tat mir mein  Oberkörper, Arme und mein Knie weh. Zudem stellte ich beim fahren fest, dass das Vorderrad doch etwas abbekommen hat. Von Ouarzazate fuhr ich nach  Ait Ben Haddoum das zum kulturellen Welterbe gehört. Dieser Ort diente oft als Filmkulisse, wie für die Filme “Gladiator” , “Asterix und Cleopatra” usw.

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In Agadir traf ich dann wieder auf den Atlantik. Agadir ist eine Touristenhochburg und sehr westlich geprägt.  Ich erholte nicht dort am Strand und sammelte neue Kraft. Doch leider hat man an dem Strand nicht seine Ruhe und ständig wir man von Strandverkäufern angesprochen.

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Ich besuchte den Wasserfall von Imouzzer, der liegt etwa 62 km nordöstlich von Agadir. Dieser wird auch als “Brautschleier” bezeichnet. Der Wasserfall zu dieser Jahreszeit ist nicht eindrucksvoll, es war nur ein Rinnsal. Aber dafür entschädigte die Anfahrt durch das Paradise Valley.

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Von Agadir, über den Wasserfall und über Essaouira ging es dann nach  Marrakesch.

Marrakesch

Der Campingplatz lag vor den Toren von Marrakesch. Daher wollte ich mein Zelt schnell aufbauen und mit dem Motorrad in die Stadt fahren. Beim Zeltaufbau wurde ich angesprochen, ob ich noch in die Stadt möchte. Ich bejahte das und schon wurde ich gefragt , ob  ich mich nicht  drei Spanier anschließen möchte, die ein Taxi gebucht haben, um in die Stadt zu kommen. Es waren zwei Spanierinnen und ein Spanier und sie sprachen kein Wort Englisch und ich kein Wort Spanisch, aber wir haben uns super verstanden. Es ist erstaunlich, wie man sich doch verständigen kann, ohne ein gemeinsame Sprache zu sprechen. Wir verbrachten 2 Tage zusammen und es war eine schöne Zeit. So fuhren wir zusammen am Abend zu dem berühmtesten Platz von Marrakesch den Djemaa el Fna(Platz der Geköpften) Platz , wo Geschichtenerzähler , Feuerschlucker, Heiler, Akrobaten, Schlangenbeschwörer, mobile Zahnärzte und usw. ihr können zeigten. Danach stürzen wir uns in das Gewirr der Medina, die aus kleinen Gassen und Plätze bestand, wo Händler ihre waren anboten.

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Am nächsten Tag machten wir alle zusammen mit dem gleichen Taxifahrer ein Stadtrundfahrt. Er fuhr uns zuerst durch Palmeraie Village, wo sehr viele Palmen stehen. Marrakesch war früher eine Oase und war von vielen Palmen umgeben. Weiter ging es zum Botanischen Garten ” Jardin Majorelle” . In diesem Garten wurden alle Pflanzen zusammen getragen, die in Marokko wachsen und wunderschön angelegt.

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Durch die Stadt ging es weiter zum Palais Bahia. Dieser Wesirpalast ist ein Meisterwerk der maurischen Baukunst und bis heute genutzt, um Staatsgäste unter zu bring.

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In jedem Raum waren kunstvolle Fliesen aus Marmor, phantasievolle Mosaiken und Arabesken aus Stuck zu sehen. Die Zimmerdecken wurden im maurischen Stil aus Zedernholz geschnitzt. Des weiteren gab es herrliche angelegte Innenhöfe mit schönen bepflanzten Gärten, die zum Verweilen einluden.

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Nach den zwei Tage verschieden wir uns und ich fuhr weiter. Meine Route ging über Casablanca, Rabat, Meknes zurück in den Norden von Marokko. Bei eine Ausgrabungsstätte, die 30 km nördlich von Meknes lag, wurde der römischer Ort Volubilis ausgraben. Dieser Ort hatte seine Blütezeit im 3 Jh. und ist für seine gut erhaltenden und schönen Mosaiken bekannt.

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Zurück nach Europa wollte ich die Schnellfähre von Tanger City nach Tarifa nehmen.  Dazu muss man durch ganz  Tanger fahren, um zum alten Hafen zu kommen. Ich bin am Hafen angekommen und wollte eigentlich nur fragen wann die nächste Fähre fährt. Ich erfuhr, dass in 45 Minuten ein Fähre nach Traifa ablegt. Da ich noch ein Ticket brauchte, besorgte ich mir es und dabei bekam ich gleich eine persönliche Betreuung. Man kann den ganzen Zollkram auch alleine machen, aber da ich nur wenig Zeit hatte, war es in Ordnung für mich jemanden an der Seite zu haben..  Er fülle die benötigen Papier aus , und ich ging mit diesen dann zum Zoll. Der  Zollbeamte lies sich richtig viel Zeit mit der Kontrolle und die Minuten verstrichen. Als ich endlich den Stempel bekommen hatte, waren es nur noch 15 Minuten bis Fähre abfuhr. Nun kam das nächste Problem, wie komme ich zur Fähre. Es standen mir Autos im weg , die auf eine andere Fähre wollte. Nun war es doch praktisch ein Helfer zu haben. Er machte mir buchstäblich den Weg frei. Nun waren es nur noch 10 Minuten und musste ich mich in eine Reihe anstellen, wo sie überprüften, ob das Fahrzeug meins ist. Nach kurzem Gespräch zwischen dem Beamten und mein Helfer war das schnell erledigt und ich durfte weiter zur Fähre fahren. Zuvor habe ich mein restliches marokkanisches Geld dem Helfer gegeben. 5 Minuten bevor die Fähre losfahren sollte war ich drauf. Schnell wurde noch mein Motorrad verzogen und ich suchte mir ein netten Platz im Passagierbereich. Nun warte ich darauf das die Fähre losfuhr. Es wollte aber immer noch  viel Mensch auf die Fähre. Es waren hauptsächlich Tagesausflügler die zurück nach Spanien wollten. Dadurch fuhr die Fähre erst 45 Minuten später ab.  Abends um 21 Uhr sind wir in  Tarifa eingelaufen. Der spanischen Zoll war ein Kinderspiele, Pass vorzeigen und das war’s. Ich fuhr dann zum gleichen Zeltplatz , bevor ich nach Marokko aufgebrochen war.

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Zurück nach Hause!

Spanien

Nach der Nacht auf den Campingplatz  in Tarifa, und dieses Mal war es eine angenehme Übernachtung, fuhr ich zur Mittelmeerküste von Spanien. Entlang der spanischen Küste ging es zurück in den hohen  Norden. Die Straße schmiegte sich die Küste entlang und immer wieder gab es eine großartige Aussicht auf das Mittelmeer.

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In Barcelona machte ich das gleiche Spielchen wie in Madrid, das hieß hinein ins Zentrum. Mein Ziel dort war die berühmte Kirche Sagrada Familia. Als ich wieder zurück zu mein Motorrad ging, sah ich wie eine Frau versuchte sich auf mein Motorrad zu setzen. Ein Mann stand daneben und machte Fotos davon . Als  sie mitbekommen haben, das ich wieder zurückkommen, gingen sie weiter  und lächelten mich an. Es ist immer wieder interessant wie die Menschen auf das Bike reagieren.

k-DSC_0670Ich hatte an diesem Tag keine Lust mehr noch großartig herumzufahren. Ich suchte daher nach einer schönen Bucht. Ich fuhr die Küste entlang und wurde fündig bei dem Ort Cala Pola. Direkt am dortigem Campingplatz war eine wunderschöne Bucht. Der Strand bestand aus kleinen Kieselstein und das türkisblaue  Wasser  war ehrlich. Ich hatte die ganze Bucht für mich alleine und genoss die Ruhe nach der hektischen Stadt. Bei Mondschein dort zu schwimmen und im Zelt die Wellen beim einschlafen zu hören, das war einfach grandios.

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Ich wollte noch mal durch die Pyrenäen, Serpentinenspaß haben, so entschloss ich mich noch Andorra zu durchqueren. Und ich hatte Spaß in den Pyrenäen, das kann ich sagen. Ich wuchtete nur so die Maschine durch die Kurven, das es nur so ein Genuss war. Es ist erstaunlich wie handlich das Motorrad auch mit diesem Gewicht ist.

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Andorra

In Andorra fuhr ich durch die Hauptstadt “Andorra la Vella” des Zwergenstaates . Dort kostete der Sprit nur 1,34 €, somit hieß es das Motorrad voll zu tanken. An der Tankstelle traf ich auf eine deutsche Motorradgruppe, die auch die Pyrenäen unsicher machten. Wir unterhielten uns darüber wo wir herkommen und wo es hingeht, das üblich halt. Ich füllte den Tanke voll und es ging wieder Frankreich entgegen.

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Frankreich

In Frankreich führte mich mein Weg nach Carcassonne. Dort befindet sich eine der besterhaltenste mittelalterliche Burg Europas. Sie war schon von weiten sichtbar und gut zu erreichen. In der Burg stieß ich wieder auf den normalen touristisch Wahnsinn.

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Nun wollte ich noch zu einem schönen Strand in Südfrankreich. Ich dachte, bei  Saint-Tropez gibt es bestimmt schöne Strände. So machte ich mich auf nach Saint-Tropez. Da  Marseille auf dem Weg lag, hielt ich dort auch noch am Hafen an. Saint-Tropez begrüßte mich mit Automassen. Es führte nur eine Hauptstraße in das Stadtzentrum und diese war vollkommen verstopft mit Autos. Da freut sich man, das man auf ein Motorrad sitz. Ich tat’s den Einheimischen auf den Mopeds gleich, einfach ab durch die Mitte. Im Zentrum fuhr ich zum Hafen und zu der berühmten Polizeistation. Danach machte ich mich auf die Suche nach ein Strand. Doch leider habe ich keinen gefunden, da alle gefundenen Strände zugebaut und touristisch erschlossen waren und  darauf hatte ich keine Lust.

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Bis zur italienischen Grenze war es nicht mehr weit. Kurz bevor es nach Italien hinein ging bog ich in die Richtung französische Alpen ab. Es ging wieder hinein in den Serpentinenspaß.

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Es wurde langsam dunkel und ich suchte mir eine Übernachtungsmöglichkeit. Ich landete bei einem Zeltplatz der zwischen zwei Gletscher  auf 1500 Metern lag. Am nächsten Morgen  war die Temperatur auf  2,5 °C gefallen. Vor ein paar Wochen stand ich noch bei 42 °C in der Wüste und nun diese Kälte. Aber der Sonnenaufgang war wunderschöne und machte die kalte Temperatur ertragbar. Ich kratzte den Raureif von meinen Sitz und packte alles zusammen und fuhr los. Von Mal zu Mal wurden ich immer schnell die Sachen zusammen zu packen und sie am Motorrad zu verstauen.

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So frühe am Morgen gehören die Alpen nur dir. Man kommt sich richtig klein vor, wenn man durch die beeindruckende Bergwelt dort fuhr. Der höchste Punkt auf dieser Strecke war die Passhöhe von Col du Galibier mit 2642 m. Von da ab ging es nur noch runter in Richtung Schweiz.

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Schweiz

Am Genfersee machte ich eine Pause und betrachtet die Wassersäule. Entlang des Seeufers ging es weiter in Richtung Frankreich zurück. Das Navi führt mich über eine Art Forst und Waldweg durch das Schweizer Jura. Dabei ging es über Privatweg, wo man  Zäune öffnen musste. Es war eine sehr abenteuerliche Strecke und ich fragt mich schon, wo mich das Navi hinführte. Aber am Ende passte alles und ich kam wieder in Frankreich an.

k-DSC_0840In Frankreich ging es zur Autobahn und diese führte mich nach Freiburg. Gleich hinter der deutschen Grenze wurde ich freudig mit einem 14 Kilometer langen Stau willkommen geheißen. Wie schön ist es, wieder in Deutschland zu sein! 🙂  Ich zog durch bis Berlin und verbrachte dort auch noch ein paar Tage. Danach schloss ich den Kreis, indem ich nach Hause nach Hamburg weiterfuhr.

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